J.I.M.
Jazzfest 2019
JIMpaper
Ausgabe 2009
Ausgabe 2006
Ausgabe 2005
Ausgabe 2004
Ausgabe 2003
Ausgabe 2002
Kontakt
Impressum
Datenschutz
editorialMerboldLauPfennigWüstWaldenfelsMayScheffner


www.organicmusic.de

Thorsten Scheffner

Initiator und Leiter von organic music

mit Sitz in Obing im schönen Chiemgau.

 


Organic Music

Fragen und Antworten:

 

Organic Music wurde 1997 ins Leben gerufen, wie kam es dazu?

Ich bin mit Musik, speziell mit Jazz, groß geworden. Mein Vater, Manfred Scheffner, leitete erst „Jazz by Post“ in München-Pasing als Schallplattenversand inkl. Ladenverkauf, was besonders den älteren Jazzliebhabern sicher noch ein Begriff ist, später dann „Jazz is Beck...“ im Kaufhaus Ludwig Beck am Marienplatz. Außerdem veröffentlichte er jährlich den „Bielefelder Jazzkatalog“ und weitere Beiträge zum Thema Jazz. Ich hatte dadurch bereits etwas Einblick in die Branche. Da wir auch regelmäßig Anfragen von Musikern bekamen, wo und wie man denn etwas veröffentlichen könnte, fasste ich den Entschluss, ein eigenes Label zu gründen. Als langjähriger Orgelfreund startete ich mit zwei Organisten: Matthias Bätzel und Dan Kostelnik. Das waren noch Fremdproduktionen, da wir damals noch kein eigenes Studio hatten.

 

Warum hast Du parallel zum Label Organic Music noch ein eigenes Studio gegründet?

Das hatte eigentlich zwei Gründe. Erstens ist es gar nicht leicht, ein Studio zu finden,

das eine gute Hammond B3 zur Verfügung stellen kann, und Orgel-Jazz sollte doch der Schwerpunkt des Labels werden. Zweitens sind wir 1997 von München in den Chiemgau gezogen und hatten dort die räumlichen Möglichkeiten, einen Studiobetrieb zu realisieren.

 

Und was hat sich bei Organic Music getan?

Es wurden kontinuierlich mehr Aufnahmen, wobei aber nicht immer die Orgel im Vordergrund stand – im Gegenteil: Wenn man auf die Jahre zurückblickt, stellt man fest, dass es doch mehr Klavieraufnahmen waren. Ursprünglich hatten wir zwar den Gedanken, ein reines Orgel-Label zu machen, aber es hat sich herausgestellt, dass es dafür zu wenig Organisten im europäischen Raum gibt – obwohl sich das in den letzten Jahren deutlich gebessert hat. Seitdem wir im Studio auch über einen Konzertflügel verfügen, kommen viele Pianisten auf uns zu. Der Orgelanteil macht nach Stand der Dinge ein knappes Drittel der Gesamtproduktion aus.

 

Welcher Art waren die bisherigen Aufnahmen mit Pianisten?

Das waren fast ausschließlich Jazzproduktionen mit Pianisten wie Kirk Lightsey, Larry Porter, Antonio Fararo, Fritz Pauer, Tardo Hammer und vielen mehr. Ganz wenige Aufnahmen waren im klassischen Bereich angesiedelt, daneben gab es z.B. auch Aufnahmen von Hildegard Knef-Liedern mit Pianobegleitung.

 

Woher kommen die Musiker, die bei Dir aufnehmen? Beschränkt sich die Studioklientel überwiegend auf den Großraum München?

Logischerweise kommen viele unserer Kunden aus dem Raum München und aus Bayern, wir haben aber auch ein ziemlich internationales Publikum. Jazzmusiker kommen ja durch immer wechselnde Besetzungen und Gastmusiker mit vielen anderen Künstlern in Kontakt und so entstehen manche Produktionen z.B. im Zusammenhang mit einer Tournee und dadurch mit einem internationalen Musikermix. Besonders Künstler aus Amerika genießen die ländliche, entspannte Atmosphäre mit schönem Bergblick.

Im Schnitt liegen wir für das eigene Label bei 6 bis 7 Produktionen jährlich. Es entstehen jedoch nicht nur Aufnahmen für Organic Music, sondern auch für andere Auftraggeber. Insgesamt dürften in unserem Studio bisher ca. 150 CDs entstanden sein.

 

Gibt es etwas Aktuelles zu berichten?

Im Moment verlagern sich unsere Aktivitäten ein wenig. Das hat mit technischen Veränderungen zu tun. Wir haben im Studio viel analoge Technik zum Mastern und zum Wiederveröffentlichen u.a. auch eine Schallplattenschneidemaschine. So nimmt der Bereich Wiederveröffentlichungen von alten Produktionen immer mehr Raum ein. Wir profitieren von der Tatsache, dass die Studios zum Großteil gar keine Bandmaschinen mehr besitzen. Es ist heute gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der Aufnahmen aus den 60er- oder 70er-Jahren verarbeiten kann, die teilweise noch mit Dolby A oder Telcom codiert worden sind. Wir können fast jedes Format, ob analog oder digital, verarbeiten und so kommen immer mehr Kunden auf uns zu, die z.B. alte Bandaufnahmen auf CD veröffentlichen oder Schallplatten schneiden wollen.

 

Was gibt es für aktuelle Produktionen?

Im Herbst werden wir eine neue CD mit der 87-jährigen Barpiano-Legende Simon Schott veröffentlichen – mittlerweile die vierte auf unserem Label. Außerdem ist eine Orgel-CD des Alberto Marsico Quartetts mit dem Gast Jesse Davis fertig, die ebenfalls in diesem Zeitraum erscheinen wird.

 

www.organicmusic.de